Bericht vom Gründungstreffen des VW-Komitees Kassel

Am Mittwoch, den 8.6.16 wurde in Kassel erfolgreich das Kasseler Komitee „Für die Zukunft der Jugend, gegen Profiteure und ver1Umweltverbrecher in der VW Krise“ gegründet! Zum ersten Treffen erschienen Vertreter verschiedener Kasseler Bewegungen und Organisationen: Aktiver Gewerkschafter der IGM, AUF-Kassel, Umweltgewerkschaft, Solidarität International, MLPD Kassel. Besonders haben wir uns über Gäste aus Braunschweig und Hannover gefreut.

Der Einleitungsbeitrag arbeitete heraus, warum wir solch ein Komitee brauchen: Die Verantwortlichen für die VW-Krise, für den kriminellen Betrug und die Vergiftung von Mensch und Natur werden bisher nicht genannt, geschweige denn belangt. Stattdessen sollen nun die (VW-) Arbeiter und die Familien ausbaden, was die VW- Konzernspitze uns eingebrockt hat. Das machen wir nicht mit und wollen Gegenwehr organisieren.

Der Einleitungsbeitrag und der Vorschlag für die Prinzipien wurden begrüßt. Diskussionsschwerpunkte waren:

- Greifen wir den „VW-Konzern“ an oder die „Kriminellen im VW- Konzern“? Die VW- Arbeiter müssen lernen, sich nicht mit dem Konzern zu identifizieren, sondern sich als Arbeiter zu fühlen, zu denken zu handeln. Deswegen ist es richtig, den VW-Konzern anzugreifen. Natürlich darf das nicht den Stolz über die eigene qualitativ hochwertige Arbeit herabsenken. Aber mit dem Kurs des VW-Konzerns sind wir nicht einverstanden!

- Ein Kollege berichtete: „Die Kollegen sind stinksauer, orientieren sich aber an der Gewerkschaftsführung, die sich leider zum Teil den VW-Kapitalinteressen unterordnet.“ Diskussionen und Erfahrungen mit führenden Betriebsräten bestätigen diese Unterordnung. Das zeigt, dass wir solche Komitees brauchen und für den Weg des aktiven Widerstands gegen die Kapitalinteressen in den Gewerkschaften Werbung machen müssen.

- Es war eine gute Bandbreite an Menschen zur Gründung da, wir müssen aber noch viel mehr werden. Mit den VW-Kollegen, Familien, Umweltschützern usw. müssen wir uns auseinander setzen, warum man selber aktiv werden muss. Wir können uns nicht auf Stellvertreter verlassen und müssen uns organisieren.

- Die Prinzipien wurden für gut befunden. Wir sollten darin noch die Kritik an der Kapitulation/ Mittäterschaft von Teilen der Gewerkschaftsführung aufnehmen. Es gab auch den Vorschlag, noch einen Punkt zur gemeinsamen Freizeit, Schulungen usw. aufzunehmen. Auch die mögliche bundesweite Zusammenarbeit von örtlichen Komitees sollte überlegt werden.

Nach der inhaltlichen Diskussion wählten die Kasseler aus ihrer Mitte zwei Sprecher, eine Kassiererin und einen Revisor.

Als erste gemeinsame Aktion nahmen wir uns vor, zur Hauptversammlung am 22.6. aufzutreten. Zwei Kasseler fahren zur Hauptversammlung und werben zwischen 9 und 10 Uhr vor dem Tor für das Komitee, möglichst auch in der Presse/Fernsehen. Bei VW in Kassel planen wir eine Aktion/Flugblattverteilung zum Schichtwechsel Früh/Spätschicht. Das Ziel ist, die Idee des Komitees bekannt zu machen und weitere Mitstreiter zu finden (dafür brauchen wir eine Liste zum Eintragen). Unsere Parole anlässlich der Hauptversammlung wird sein: „Keine Entlastung für Profiteure und Umweltverbrecher! Die Verursacher sollen zahlen!“

Herzliche Grüße aus Kassel

Christoph

Anhang: Vorschlag Prinzipien und Vorschlag Zukunftsprogramm