Streikaktion bei Autozulieferer Preh in Portugal

Wir, Freunde und Unterstützer der IAWC (Internationale Automobilarbeiter-Koordination), grüßen euch aus Portugal!

Wir haben bei unserem Besuch bei Freunden erfahren, dass die KollegInnen bei Preh, einem Automobil- Zulieferer von Daimler und BMW in Trofa/Portugal, seit dem 8.März jeden Donnerstag für eine Stunde in der Früh- Spät- und Nachtschicht streiken. Ihre Forderungen sind die 37,5 Stundenwoche und für 4% Lohnerhöhung und gegen regelmäßige Samstagarbeit.

Wir finden den Kampf, der vor allem von Frauen geführt wird, sehr mutig und haben unsere Solidarität vor dem Tor bekundet. Der Streik ist wichtig für alle Automobilarbeiter, weil er sich gegen die Flexibilität auf dem Rücken der KollegInnen wehrt und besonders die Interessen der Familien, der Frauen und der Leiharbeiter vertritt. Eine Kollegin erzählte uns, dass sie für den Samstag extra eine Tagesmutter braucht.

Heute waren 30-50 Kollegen/innen aus jeder Schicht vor dem Tor und haben laut ihre Forderungen und ihre Meinung vertreten. Noch ist es so, dass die Mehrheit der KollegInnen das beobachtet, teilweise direkt hinter dem Werkszaun. Viele Leiharbeiter finden das richtig, trauen sich aber nicht mit zu streiken, weil sie fürchten, nicht übernommen zu werden.

Bei einer Belegschaft von 500 KollegInnen, meist Frauen, und über 60% Leiharbeitern ist dieser Kampf natürlich kompliziert und erfordert ein hohes Bewusstsein bei den Streikenden. Die KollegInnen haben deshalb beschlossen, erst mal über ihre Gewerkschaft in weitere Verhandlungen mit Preh zu treten. Wenn es zu keinen Ergebnissen kommt wollen sie im September die Streiks fortsetzen. Wir wünschen den Kolleginnen und Kollegen von Preh viel Erfolg und werden ihren Kampf bei unseren Kollegen bei Audi und allen Freunden der Internationalen Automobilarbeiter-Konferenz bekannt machen.

(Korrespondenz vom 19.5.2018)